Pressekonferenz 2010

Reinhard

Hornhauttransplantationen mit dem Femtosekundenlaser: Welche Vorteile bietet das neue Verfahren?

Seit 2008 wurden in der Universitäts-Augenklinik Freiburg 109 Hornhauttransplantationen (perforierende Keratoplastiken) mit dem Femtosekundenlaser durchgeführt. Sowohl die Spenderhornhaut als auch die Patientenhornhaut werden mit dem Femtosekundenlaser geschnitten. Der Femtosekundenlaser ist in der Lage, mittels Photodisruption feinste aneinandergereihte Molekülblasen zu erzeugen. Damit ist es möglich, in allen Ebenen und Richtungen Hornhautgewebe zu schneiden. Der besondere Vorteil ergibt sich aus sogenannten profilierten Trepanationen, bei denen kongruente Stufen in Transplantat und Wirtshornhaut geschnitten werden. Die gebräuchlichsten Profile sind das „top hat“- (= Hut) und das „mushroom“-(= Pilz)Profil.

Die femtosekundenlaser-assistierte perforierende Keratoplastik erwies sich bislang als eine komfortable und sichere Operationsmethode. Die profilierten Trepanationen erleichtern intraoperativ das Erlangen eines wasserdichten Wundverschlusses sehr deutlich. Ein weiterer Vorteil der Stufenprofile ist die zügige und stabile Wundheilung durch die deutlich größere Wundfläche mit der Möglichkeit, die Fäden frühzeitig zu entfernen. Hierdurch wird eine schnellere endgültige Wiederherstellung der Sehschärfe erreicht. Die Sehschärfen- und Refraktionsergebnisse sind mit denen nach konventionellen mechanischen Trepanationsverfahren (Handtrepane oder automatisierte Trepane) vergleichbar. In Zukunft muss evaluiert werden, welches die besten Nahtmethoden und welche Indikationen ideal für den Einsatz des Femtosekundenlasers sind.

(Es gilt das gesprochene Wort!)
Berlin, Juni 2010

Professor Dr. med. Thomas Reinhard,
Erster Vizepräsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG),
Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Freiburg