Pressekonferenz 2015

Düsseldorf, 17. März 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

die 16. Augenärztliche Akademie Deutschland steht unter dem Generalthema:

Minimal invasiv – maximal wirksam? Möglichkeiten der Augenchirurgie heute

Am Beispiel der Kataraktchirugie, der Operation des Grauen Stars, können wir die Entwicklung der Augenchirurgie nachvollziehen: Seinerzeit trugen die Patienten nach der Operation eine unförmige Starbrille, heute wird eine eventuell vorbestehende Fehlsichtigkeit in der gleichen Sitzung mit beseitigt. Sofern keine anderen Augenkrankheiten vorliegen, nähern wir uns „asymptotisch“ einem brillenfreien „Sehen wie in jungen Jahren“. Prof. Dr. G. Lang, Leiter der Universitäts-Augenklinik Ulm, erläutert die Optionenen, die ein Patient hat, der heute vor einer Staroperation steht.

Das Glaukom ist eine klassische Augenkrankheit, von der aufgrund der demographischen Entwicklung zunehmend mehr Mitbürger betroffen sind. Bei vielen Patienten ist eine Therapie mit Augentropfen ausreichend. In manchen Situationen kann eine operative Behandlung jedoch bessere Ergebnisse erzielen. Prof. Dr. F. Grehn, Würzburg, bewertet die Verfahren.

Immer erfolgreicher können wir mittlerweile Erkrankungen der Netzhaut und des Glaskörpers behandeln. Solche Krankheiten nehmen bei steigender Lebenserwartung deutlich zu. Die Behandlung der feuchten Makuladegeneration ist inzwischen weitgehend standardisiert. Dagegen sind Eingriffe sehr anspruchsvoll, die bei Veränderungen im Grenzbereich von Glaskörper und Netzhaut durchgeführt werden. Die Symptome für den Patienten sind mit denen einer Makuladegeneration vergleichbar und stören das Sehen erheblich. Prof. Dr. A. Kampik, Leiter der Universitäts-Augenklinik München, wird die Behandlungsoptionen erläutern.

Die Strabologie ist ein anspruchsvolles Teilgebiet der Augenheilkunde. Eine Fehlstellung der Augen können wir technisch/operativ gut korrigieren. Aber eine solche Operation ist nicht immer angebracht; der richtige Zeitpunkt ist von Bedeutung. Über die Notwendigkeit und die vorherige Diagnostik spricht Prof. Dr. K. Rüther, Berlin.

Was man bei aller Freude über die modernen operativen Möglichkeiten der Augenheilkunde nicht vergessen darf: vor jedem operativen Eingriff muss ein Patient mehrfach untersucht werden. Dies erfolgt in der Regel beim nicht operativ tätigen (Haus-)Augenarzt. Er stellt die Diagnose und die Indikation zur Operation, und er ist für die postoperative Nachsorge verantwortlich. In der Versorgungskette ist der eigentliche operative Eingriff – unabhängig davon, ob stationär oder ambulant operiert wird – nur ein Glied, daher ist eine wohnortnahe und dezentrale Versorgung der Patienten unbedingt erforderlich. Dieser gestiegene konservative Behandlungsaufwand findet leider aktuell in der kassenärztlichen Vergütung keinen Niederschlag. Wie die Augenheilkunde mit diesem Spagat umgeht, erläutert aus dem Vorstand des BVA Dr. P. Heinz, Schlüsselfeld.

Mit freundlichen Grüßen Ihr

Dr. Georg Eckert, Pressereferent BVA

Die elektronische Pressemappe mit allen Abbildungen kann ab dem 17.3.2015, 18 Uhr unter www.aad.to/presse heruntergeladen werden.
Vor diesem Pressegespräch finden zwei Patienten-Seminare statt:
10.00 bis 12.00 Uhr Patientensymposium der Selbsthilfegruppe PRO RETINA (Raum 01) und parallel
10.00 bis 12.00 Uhr Patientenveranstaltung des Initiativkreises Glaukomfrüherkennung (Raum02)



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